Von der Fähre gingen wir zum Bahnhof und bestiegen den Zug nach Alor Setar, eine Stadt in der “Reisschüssel” des Landes. Hier gibt es zwar auch ein Chinatown, aber die meisten hier sind malaiische Muslime.
übrigens ist das “e” in Setar stumm. Gesprochen ist der Name der Stadt denn Alor Star.
Der Bahnhof war schon spannend. Er war etwas außerhalb der Innenstadt, man hatte das Gefühl, in Parkentin ausgestiegen zu sein (ein kleiner Ort nahe Rostock, für Nichteingeweihte 😉 Es sah sehr dörflich aus. Das Hotel war nicht ganz so zentral wie versprochen. Voralle mussten wir eine große “Autobahnauffahrt” überqueren. Der erste Anwohner, den wir befragten, meinte “Nimm ein Taxi”, der zweite riet zum Mut zur Lücke – erspähe sie und dann nichts wie durch. Was wir machten. Später, ohne Gepäck, noch öfter, man gewöhnt sich dran. Wir benutzten in Alor Setar häufiger Grab, die lokale Variante von Über. Es ist recht warm, und die Stadt ist nicht fußgängerfreundlich. Im Hotel hatten wir ein wenig Scherereien: Das erste Zimmer schaltete nach ein paar Minuten den Strom ab. Wir bekamen ein anderes, leider vergaß man, die Eintrittskarte ordentlich zu programmieren. Am zweiten Abend ging sie nicht mehr und der Sicherheitsdienst konnte uns auch nicht helfen. Nach ein paar Minuten kam eine Angestellte, die wusste, wie man mit dem Notschlüssel umgeht. Ende gut, alles gut. Alle waren freundlich, das half.
Nahe des Hotels gab es einen buddhistischen Tempel mit leichtem “Thai-Einschlag”. Hier ein Eindruck davon. Leider konnte ich nicht hinein, ich war neugierig. Immer, wenn wir vorbei kamen, schien alles abgeschlossen zu sein.

Am ersten Tag sind wir zunächst zum Fährort Kuala Kedah gefahren, um Tickets für die spätrer geplante Überfahrt nach Langkawi zu besorgen. Von der Lage vielleicht das Warnemünde Alor Setars, aber nicht unbedingt vom Gefühl. Es war doch alles etwas einfach. Wir wanderten auch zur See hinaus. Das Wasser war flach, einzelne Pflanzen auch im Wasser, ein paar Felssteine befestigten das Ufer, es lag allerlei Müll herum, Plastikflaschen und ähnliches. An einem Stand verkauften Fischer den Fang des Morgens, kleinere Fische und Muscheln. Am Wasser lagen einfache Holzboote.

Da die Umgebung von Alor Setar vor allem Reis anbaut, gibt es auch ein Reismuseum etwas außerhalb der Stadt. Auf der Fahrt berichtete der Fahrer, dass es zwei Monate nicht geregnet hat. Die Bauern begrüßen den abendlichen Regen, der mit Gewitter alle drei Abende unserer Zeit hier auf Stadt und Umgebung nieder ging. Er war “halb in Rente”, wie er sagte, um sich um seine drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, zu kümmern. Die älteste, 18 Jahre alt, hatte am nächsten Tag Aufnahmeprüfung für die Uni. Wie ihre Mutter möchte sie Lehrerin werden, wie ihre Mutter hat sie Gebärdensprache gelernt, um Gehörlose zu lehren. Wir wünschten alles Gute.
Das Museum war wirklich toll. Oben gab es ein Diorama, welches die Umgebung zeigte, mit Reisbauern, Familenfeiern, Schafshirten, Kinder beim Drachensteigen und mehr. Geschaffen von zwei Koreanern, war es sehr lebendig. Man konnte kaum feststellen, wo der 3D-Vordergrund ins 2D-Gemalte überging. Weiter unten konnte man allerlei Gerät sehen. Auch gab es einen Platz, in dem erklärt wurde, wie Reis durch radioaktive Gammastrahlen mutiert werden, einen anderen, in dem über die Geschichte des Kanalbauens zur Bewässerung berichtet wurde.

Dies ist echt – oben sind Dioramen:

Am nächsten Tag besuchten wir die große Moschee im Zentrum der Stadt, Masjid Zahir. Wie bekamen eine kleine Führung. Die Frau war sehr stolz auf die Moschee, nannte sie die viertschönste der Welt, nach Mekka, Medina und .. vergessen. Schön war sie wirklich. Sie ist nicht alt, sie wurde von 1912-1915 erbaut (und zweimal erweitert). Die schweren Holztüren des ältesten Teils stammen aus China.

Eine Ausstellung lokaler Künstler lief uns eher zufällig über den Weg, hier ein paar Eindrücke. Mir hat es gefallen.

Nebenan wurde in Gesellschaft gegessen. Die Künstler?

Mit dem Essen taten wir uns hier etwas schwerer, wir konnten nicht so viel finden, was uns zusagte. Wir wollten vor allem Malaigerichte essen. Wir waren aber auch etwas “außerirdisch” hier, falsche Zeit, falscher Ort, vielleicht. Ein Highlight war definitiv ein arabisches Essen, wie man uns sagte, nach syrischer Art. Das Restaurant war auch hübsch, kann man dazu sagen. Wir saßen etwas “erhoben” auf bezogenen Bänken, der Tisch war in Kniehöhe. Etwas ungewohnt und beschwerlich zunächst, aber nach einer Weile hatte ich das vergessen.

Hier noch ein paar unkommentierte Eindrücke von der Stadt. Das Leben war etwas gemächlicher, wir haben es aber nicht bereut, uns hier für ein paar Tage aufgehalten zu haben.



