Unsere Tage in Malaysia beginnen in Malakka. In Singapur (ich komme drauf zurück) fanden wir den Bus, der uns nach dort brachte. An der Grenze performantes Sicherheitstheater. Auf der Ausreiseseite aussteigen, Pass scannen, rein in den Bus. Über die Brücke nach Malaysia, aussteigen, Gepäck mitnehmen, Pass scannen, Gepäck durch einen Scanner rolen lassen, und zurück in den Bus.
Die Passkontrolle ist das Kronjuwel der Krönung der Schöpfung.
In Malakka besuchten wir einen Nachbau eines Sultanspalastes, welches als Museum dient. Malakka ist eine Mischung aus allem, dank seiner vielfältigen Geschichte. Besonders viel los war hier in der Zeit, als Zheng He für die chinesische Ming-Dynastie in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts hierher reiste. Zheng He, der als Admiral im Auftrage des chinesischen Kaisers in den Indischen Ozean reiste und half, ein Seehandelsnetzwerk zu etablieren, welches bis an die Ostküste Afrikas reichte, war Muslim, sein Name wurde ihm erst später vom Kaiser “verpasst”. In Malakka trafen sich Händler aus China, aus Java, aus Indien, aus Arabien etc. Dem Museum nach war Malakka für diese Seefahrer attraktiv, da sie in der Stadt gut behandelt wurden. Das sprach sich herum.
In dieser Zeit etablierten sich chinesische Geschäftsleute, die sich mit einheimischen Frauen, Malay, verheirateten. Sie und ihre Nachfahren etablierten die Kultur der Baba & Nyonya, die chinesische Traditionen bewahrte, während sie sich den Gegebenheiten der Zeiten anpasste. Wir sahen davon etwas in einem Museum, welches Ende des 19.Jahrhundert gebaut wurde und sich in Familienbesitz befindet. Dieses Haus zeigt, wie eine solche Familie im frühen 20.Jahrhundert lebte. Der westliche, vor allem den damaligen englischen Kolonialherren geschuldete Einfluss ist ebenso spürbar. Möbelstücke erinnern mich an die meiner Großmutter, nur etwas nobler.
Rasenbowling und Tennis gehörte zu den Freizeitbeschäftigungen der Herren, ebenso Nachmittage im Club. Wir probierten einen (in Malakka erschwinglichen) High Tea in einem Hotel aus. Als Essen nicht wirklich so toll – es waren ja ursprünglich einfach Snacks, die gereicht wurden, während man sich des Nachmittags amüsierte. Ich gehöre zumindest nicht zu denen, die ein Sandwich mit Thunfisch für ein Highlight halten 😉 Die Scones mit Marmelade waren schon eher mein Geschmack. Curry Puffs brachten einen lokalen Geschmack dazu.
Einen Nachmittag waren wir unterwegs zu einem “Seeblick” mit Moschee am Wasser. Da wir dort hinwanderten, sahen wir zunächst etwas anderes: Unfertige Wohnhäuser. Das “Melaka Gateway” war ein Investitionsprojekt mit chinesischem Geld aus der Hochzeit des Immobilienrausches. Ein wenig wird dort gewohnt, aber vieles steht leer. Hier wurde am Bedarf vorbeigebaut – Malakka ist heute nicht das Epizentrum der malaysischen Ökonomie. Qian konnte mit nackten Armen nicht einfach in die Moschee, es gab
aber “moscheetaugliche” Kostüme auszuleihen. Es regnete ein wenig. Ich lernte an einer Tafel ein wenig über den Islam. Ich lass das jetzt mal aus, um nicht religiösen Unmut durch meine Unwissenheit zu entfachen 😉 Im allgemeinen sieht Malakka bunt aus, religiös gesehen, es gibt Tempel, Moscheen und Kirchen aller Art.
Von der Moschee ging es zum “Portugiesischen Viertel” etwas außerhalb. Das “portugiesische Meeresessen” war.. nicht sehr portugiesisch, denke ich. Den Frauen hingegen waren teilweise Vorfahren von der Iberischen Halbinsel anzusehen.
Die Portugiesen waren sehr an der Stadt und vor allem dessen Handel interessiert, daher nahmen sie sie ein. Allerdings zerschnitten sie die Handelsrouten, der Handel wanderte ab, Malakka verlor an Bedeutung. Die Portugiesen brachten u.a. die katholische Kirche hierher, Francis Xavier, einer der Gründer des Jesuitenordens, war in Malakka als Missionar tätig. Es gibt eine ihm gewidmete Kirche, die aber wesentlich jünger ist. Sie ist aus dem 19.Jahrhundert.
Nach den Portugiesen und vor den Engländern waren die Niederländer hier, zunächst in Gestalt der Ostindien-Handelsgesellschaft. Es gibt ein Stadthuys und eine Promenade, die mich Rostocker ein wenig an Warnemünde erinnerte.
Hier “ein paar” Bilder:

Im Baba & Nyonya Heritage Museum:

Qian und die Treppe zum 2. Stock, ein Ruhestuhl, “so einen Sekretär hätte ich auch gern”, Schrein für die Vorfahren, Musik – Ost und West.

Hochzeitsimpressionen, Brautpaar und Bett.

Die Küche: Eismachen – Eis kaufen, Kondensmilch, eine halbe Stunde rotieren, fertig ist das Speiseeis! (Sagt das Schild). Eine Eisbox, der Kühlschrank der Vergangenheit. Küche mit Holzfeuer und der Platz daneben – Sone von oben, der “gute Tisch” fürs Essen – die Küche ist daneben.
Ein wenig Strassenleben:

Ein Hitchcock-Remake?


Typische Häuserzeilen in der Altstadt.

Moscheen, Tempel und Kirchen.

Ein wenig portugiesisch gefällig? A Formosa, von der alten Festung übriggebliebenes Tor, und ein Nachbau eines portugiesischen Schiffes. Im Vordergrund eine quietschbunte Fahrradrikshaw, die mit Muskelkraft und Popmusik betrieben wird.

The Nest, das Hotel, in dem wir wohnen.

Ich fand es interessant, wie am Eingang eines Einkaufszentrums die Rampe in die Treppe integriert wurde.

Drinnen: Wettbewerb im “Stacking”. Hunderte vom Kindern stapeln in Windeseile Becher um.
Last not least für heute: Das Stadtmuseum in der Replika eines Sultanpalastes.

