Auf Reisen – Etwas Zeit für Rückschau, während wir im Flugzeug sitzen

Unsere Reise begann am Tage Null, an dem Sarah unser Haus übernahm, während wir des Abends ins Hotel nebenan gingen. So konnte Sarah sich heimisch machen mit “Übergabe”. Sarah wird Haus und Hof, genauer gesagt Heim und Katze hüten, während wir unterwegs sind.

Das erste “Opfer” war ein Buch, welches ich im Hotel vergaß. Sarah kann das Buch aber abholen, während ich mit der Kopie, die ich aufs Kindle lud, vorlieb nehmen muss. Es ist über die Geschichte der Kolonisierung des Nordens von Australien, von Henry Reynolds geschrieben. Die dauerhafte Inbesitznahme und Besiedlung als Teil des britischen Imperiums begann im Süden wesentlich eher als im Norden, wo für lange Zeit noch bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts und darüber hinaus die Ureinwohner:innen relativ ungestört leben konnten.

Der Flughafen ist halt Flughafen und Flugzeug ist Flugzeug. Etwas Kopfschmerzen helfen nicht gerade. Ich hasse besonders weichgespülte Säuselmusik. Nach ein paar Stunden würde ich mir Death Metal wünschen.

Die Woche davor war extra-stressig. Speziell am Sonntag ging mir etwas daneben. Ich sage nur NFS, das Nightmare Filesystem. Statt einer halben Stunde habe ich fast acht Stunden gearbeitet.

Das Flugzeug gibt mir einige Zeit, acht Stunden nach Singapur, nach füng Stunden erreichen wir demnächst die Nordküste des Kontinents, danach kommt indonesische Inseln, gibt mir etwas Zeit zur Rückschau auf die Tage zuvor. Etwa zu Ostern habe ich das letzte Mal im Meer gebadet. Das Wasser hatte noch 18 Grad, die Luft war in den Zwanzigern. Ich bin mir sicher, dass die Bucht nicht mehr sehr einladend ist, wenn wir wiederkommen. Dann bleibt nur die Schwimmhalle.

Zu Karfreitag waren wir zum Spaßschießen bei den Bogenschützen, eine Benefizveranstaltung um Geld fürs Royal Children Hospital, das Kinderkrankenhaus, zu sammeln. Erst nach der Passe wurde bekannt, was denn gewertet wird, z.B. nur Schüsse aufs links-obere Viertel oder rückwärts, 1 wird 10 und 10 wird 1 – sehr zufällig, so dass jeder gewinnen konnte. Auch konnte man den Schiedsrichter bestechen, sich Punkte ergaunern oder jemand anders “bestrafen”, mit weiterer Entfernung oder kleinerer Scheibe. Auch konnte man sich verkleiden, was wir dann auch taten 🙂


Am Mittwoch gehe ich abens zum Schachspielen in Fitzroy. Auf der Brunswick Street tobt das abendliche Leben und ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, am Ende noch bei der Old Plates Record Bar vorbeizuschauen. Dort spielt jeden Mittwoch Afrospace Interchange, eine Jazzband mit südafrikanschen Wurzeln. Sie haben u.a. auch ein Konzert mit Liedern von Miriam Makeba veranstaltet – nur um in etwa die Rchtung ihrer Musik anzudeuten. Mir macht es Spaß, und offensichtlich nicht nur mir. Der Laden ist voll.

Vor dem Urlaub schaffte ich es noch, unsere Armbanduhren reparieren zu lassen. Dazu ging ich ins Century Building an der Swanston Street. Das Gebäude war ursprünglich für 1935 geplant, es dauerte aber etwas länger und wurde erst 1940 eingeweiht. Wie auch das etwas ältere Manchester Unity Building um die Ecke war es von Markus Barlow entworfen worden. Das Manchester Unity Building war das erste nach der Depression gebaute Hochhaus.